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„Eine wundersame Rettung“

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„Eine wundersame Rettung“

von Matthias Reisener

Am Freitag, den 14.11.25 gab es ein besonderes Erlebnis für die AG Beth-Shalom und die 6.3. Wir fuhren gemeinsam in der Frühe in die Landeshauptstadt Hannover, um eine Lesung im Niedersächsischen Landtag zu besuchen.

Es ging um „Die wundersame Rettung der kleinen Tamar 1944“ von der Autorin Tamar Dreifuss. Dieser autobiographische Roman für Kinder und Erwachsene behandelt die Leiden und das Überleben der kleinen Tamar und ihrer Mutter Jetta in Wilnius, der Hauptstadt Litauens, in der Zeit von 1941-1944. Die deutschen Nazi-Truppen unter Hitlers Befehl hatten ihre Heimat überfallen und brutal gewütet. Sie verfolgten, verhafteten, quälten, töteten die Bevölkerung Litauens. In ganz besonders schrecklicher Weise die dort lebenden Juden. Frau Dreifuss beschreibt in ihrem lesenswerten Buch, wie es ihrer jüdischen Mutter gelang, ihr kleines Kind Tamar, also sie selbst, zu beschützen und zu überleben. Sie beschreibt aber ebenso, dass die Mutter diese Kraft zum Überleben auch von ihrer kleinen Tochter Tamar erlangte. Niemand der beiden hätte es ohne die andere geschafft, den Terror der Nazis zu überleben.

Die Lesung aus dem Roman war dann leider doch nicht im Landtags selbst, sondern im Forum des Niedersächsischen Landtages. Zu viele Schulen hatten sich angemeldet, es musste in einen größeren Raum ausgewichen werden. Ein gutes Zeichen, dass es so viel Interesse gab.

Es wurde mit verteilten Rollen gelesen. Die Mutter Jetta wurde von Roswitha Dasch, die kleine Tamar sprach Anni Salander gesprochen. Zwischendurch gab es immer wieder Unterbrechungen durch Klezmer Musik vom Finkelstein Trio (Geige und Klarinette). Auch Roswitha Dasch spielte manchmal Geige und und sang auf Jiddisch, einer Sprache, die etwas an Deutsch erinnert und in den Ghettos entstanden war. Es gibt auch ein Hörbuch von „Die wundersame Rettung“, das man kaufen kann.

Die Autorin Tamra Dreifuss erzählte persönlich ab 2002 vielen Schülerinnen und Schülern von ihren Erlebnissen zu dieser schlimmen Zeit. Sie ging als Zeitzeugin an die Schulen und las aus ihrem Buch und erzählte von ihrer schweren Kindheit und ihren Erinnerungen an ihre Mutter. Leider ist sie vor ca. 4 Wochen verstorben, wie die vortragende Frau Dasch dem Publikum traurig berichtete. Sie war eine gute Freundin von Tamar Dreifuss. Leider ist das so, die Zeitzeugen dieser Epoche sterben jetzt alle oder sind schon gestorben. Umso wichtiger sind Veranstaltungen wie diese, damit wir nicht vergessen, was Ausgrenzung, Hass, Suche nach Sündenböcken für schlimme Folgen haben und dass man Verantwortung übernehmen soll und Handeln muss, damit diese Zeiten nicht mehr wiederkommen.

Es war sehr berührend und alle Schülerinnen und Schüler waren sehr aufmerksam, die meisten auch tief berührt. Besonders auch die Schüler aus der 6.3 und die Schülerinnen der Beth Shalom AG, Mia Garbade, Marta Kuhn, Janne Bergmann.

Die Begleitenden Frau Heil und Herr Reisener waren ebenso berührt und darüber hinaus noch sehr stolz auf die Schülerinnen und Schüler der RBG, die sich auf diese Lesung eingelassen hatten.

Eine gelungene Veranstaltung!