von Lisa Schinkel
Ganz viel Geschichte von der Bronzezeit bis zum Zeitalter der Digitalisierung, ein bisschen Chemie und die große Frage nach einem nachhaltigen Umgang mit Rohstoffen; das alles erwartete die Schüler:innen des 8. Jahrgangs beim Besuch des Bergwerkes Rammelsberg in Goslar. Wo einst Bergleute über Jahrhunderte Erze förderten, begaben sich unsere Schüler:innen auf die lang zurückreichenden Spuren des UNESCO-Welterbes.
„Ich fand, die Landschaft und das Bergwerk waren interessant.“ (Schüler:in, 8.4)
Unter Tage: Geschichte hautnah erleben
Es ging tief hinein in den Berg: „Gefährlich, nass, schön“, beschreibt eine Schülerin aus der 8.2 ihre Eindrücke. In den historischen Stollen konnten die Schülerinnen und Schüler nachempfinden, wie schwer und entbehrungsreich die Arbeit der Bergleute früher war, die hier über 3000 Jahre lang dem Berg seine Schätze abgerungen haben.
„Ich fand es sehr interessant, dass fast alles original war und noch funktionierte.“ (Jonas, 8.2) „Ich fand es spannend, wie sie das Wasserrad in das Bergwerk bekommen haben.“ (Ben, 8.2) „Ich habe gelernt, wie die Arbeiter früher gearbeitet haben.“ (Schüler:in, 8.4)
Aber der Berg ist nicht nur grau und trist: von den Felswänden schimmerten im Licht der Grubenlampe leuchtend blaue und grüne Vitriolkristalle aus Kupfer, Eisen, Mangan und Zink. Hinweise auf den Reichtum unter Tage, der das Bergwerk Rammelsberg zu einem der größten Europas gemacht hat.
„Ich fand es besonders cool, den Berg anzufassen.“ (Mia, 8.2) „Ich fand es bei der Führung super, dass wir das Blaue am Boden anfassen durften.“ (Alina, 8.2)
Workshop „E-Schrott – das Erz der Zukunft“
Doch das Bergwerk ist stillgelegt. Der größte Teil der Rohstoffe ist bereits abgebaut. Ein weiterer Betrieb lohnt sich nicht mehr. Und das bei immer weiter steigendem Bedarf an Metallen für die wachsende Elektronikindustrie. Die Lösung liegt auf der Hand: Recycling – also die Wiederverwertung bereits genutzter Rohstoffe. Und das ist gar nicht so weit von dem entfernt, was die Bergleute damals machten, um aus dem wertlosen Gestein wertvolles Kupfer oder Silber zu gewinnen. Unter dem Motto „E-Schrott, das Erz der Zukunft“ untersuchten die Schüler:innen, wie wertvolle Metalle aus Gestein und auch aus Elektroschrott gewonnen werden können. Mit Sieben, Magneten, Reagenzgläsern und viel Forschergeist probierten sie physikalische und chemische Methoden aus, um Kupfer und andere Metalle von „wertlosem“ Gestein oder Plastikschrott zu trennen. Dabei erkannten sie, dass Eigenschaften wie Magnetismus, Wasserlöslichkeit, Aussehen und Dichte nicht nur im Bergbau, sondern auch beim Recycling von Elektroschrott entscheidende Rollen spielen.
„Ich habe gelernt, dass man Gestein erst zerkleinern muss, um an die Erze zu kommen.“ (Philip, 8.2) „Es war cool, auf dem Stein herumzuschlagen.“ (Schüler, 8.4) „Wir lernten, wie die Arbeiter früher das Kupfer aus Stein herausbekamen. Wir lernten auch was über recyclen.“ (Hannah, 8.2)



Nachhaltigkeit zum Anfassen
Workshop und Führung machten klar, wie wichtig verantwortungsbewusster Umgang mit Ressourcen ist – ein Kernthema aller UNESCO-Projektschulen und ein Kernthema in unserem neuen Schulfach UNESCO. Vom jahrhundertealten Bergbau bis zum modernen Rohstoffrecycling spannte sich ein Bogen, der deutlich machte: Geschichte, Naturwissenschaften und die Frage nach einer lebenswerten Zukunft – das alles kann man nicht getrennt voneinander betrachten. Wir müssen die Zusammenhänge sehen, um nachhaltige Lösungen für die Probleme unserer Zeit zu finden.
„Ich habe beim Workshop gelernt, dass wir Eisen, Gold usw. recyclen sollten, damit wir nicht so viel verbrauchen.“ (Alina, 8.2)
Mit vielen neuen Erkenntnissen, schönen Eindrücken und ein wenig „Bergwerksstaub im Gepäck“ kehrten die 8. Klassen zurück nach Hildesheim. Der Zug war pünktlich 😊



