Finnish Models of Student Engagement

von Hilke Brunken-Harms

Erasmus Fortbildung in Helsinki

Das finnische Schulsystem ist sehr auf Chancengleichheit, Kooperation und das Wohlbefinden der jungen Menschen ausgerichtet. Auch wenn Finnland in aktuellen Pisastudien schlechter abschneidet als in den Vorjahren, wird das Schulsystem dort häufig als sehr gut und vorbildlich bezeichnet. Um herauszufinden, was genau die Finnen anders oder richtig machen, reiste ich in den Herbstferien nach Helsinki, um an der Erasmus Fortbildung “Finnish Models of Student Engagement” von der Teacher Academy Europass teilzunehmen. In einem kleinen internationalen Teilnehmerkreis erhielten wir einen Einblick in das finnische Schulsystem und seine speziellen Programme im Bereich Umweltschutz und Nachhaltigkeit, Konfliktlösung und Bewegung im Schulalltag.

Darüber hinaus gab es aber auch vielfältige Informationen zur finnischen Lebensart und zu finnischen Besonderheiten. Besonders wichtig dabei waren der Austausch über verschiedene Schulsysteme und Erfahrungen, sowie die Anwendung der Programme auf die eigene Schule. Viele Grundsätze des finnischen Bildungssystems lassen sich auf unsere Schule übertragen bzw. finden sich dort schon wieder. So fokussieren wir uns gerade in vielen Jahrgängen auf die Verbesserung der Lesekompetenz, auf Nachhaltigkeit und Eigenverantwortung bzw. Selbstständigkeit unserer Schüler*innen. In anderen Bereichen haben wir schon gute Ansätze, aber auch bestimmt noch etwas Luft nach oben. So können wir im Bereich Umgang mit Fehlern und Scheitern, Wohlbefinden/Glück und der Vermittlung von Alltagskompetenzen und Lernstrategien sicherlich noch einiges dazulernen.

Ein finnisches Konzept, das mich besonders beeindruckt hat, heißt “Sisu”. Sisu beschreibt eine Mischung aus Willenskraft, Durchhaltevermögen, Resilienz und innerer Stärke. Übertragen auf Schule bedeutet es, dass man Schüler*nnen Problemlösungsstrategien und Resilienz vermittelt. Sie sollen lernen, Herausforderungen anzunehmen, bei Schwierigkeiten nicht aufzugeben und an ihre eigenen Fähigkeiten zu glauben. Für mich klingt das nicht nur nach einem sehr guten pädagogischen Schwerpunkt für unsere tägliche Arbeit, sondern auch nach einem erstrebenswerten Lebenskonzept.

Neben dem pädagogischen Input und dem Austausch gab es aber auch Zeit für kulturelle Aktivitäten und die Sehenswürdigkeiten von Helsinki. Als Gruppe besichtigten wir die Zentralbibliothek Oodi, die mehr als eine Bücherei ist, sie ist Treffpunkt für alle Generationen und bietet sehr vielfältige Freizeitmöglichkeiten an. Auch eine Stadtführung und ein Museumsbesuch standen auf dem Programm. Mit vielen neuen Eindrücken und Ideen und ganz viel Finnland im Herzen geht es nun zurück nach Hildesheim.