Gaby Memenga
Montessori-Pädagogik und aktuelle Psychologie als Orientierung für Jugendliche zur Selbstfindung.
Wie können Jugendliche in einer Zeit, in welcher die psychischen Krankheiten rasant zunehmen, ihr Selbstbewusstsein stärken und ein stabileres Selbst bekommen? Diese Frage soll uns in diesem Kurs „WPK-Fit-for-life durch Psychologie“ beschäftigen.
Um in die Geschichte der Entwicklungspsychologie einzutauchen, greifen wir einige Gedanken der Ärztin, Reformpädagogin und Philosophin Maria Montessori (1870 bis 1952) auf. Montessori fand auf diese oben genannten Fragen zunächst eine einfache Antwort, nämlich die Einbindung von Respekt. Das Kind entfaltet ein stabiles Selbstbewusstsein, indem es respektiert wird. Dieser Gedanke vom Respekt gegenüber dem Kind und seinem eigenen Wesen war im 20. Jahrhundert nicht selbstverständlich, da die Erzieher und Lehrer versuchten, dem Kind von Anfang an ein Ideal von ihrem eigenen Selbstsein überzustülpen. Montessori aber wollte, dass der Erwachsener erst einmal still das Kind beobachtet und versucht, die Welt der Kinder zu respektieren, anstatt die Kinder zu formen.
Wie hat die Psychologie auf Montessoris Ansatz reagiert und wie hat Montessoris Ansatz die Psychologie beeinflusst?
Um uns diesen Fragen anzunähern, gehen wir in die Geschichte der psychoanalytischen Ich-Psychologie zu dem deutsch-amerikanischen Psychoanalytiker Erik H. Erikson (1902 – 1994), der ein sehr bekanntes Stufenmodell entwickelt hat. Für Erikson ist die Persönlichkeit ständigen Konflikten ausgesetzt, nämlich dem Konflikt zwischen den eigenen Bedürfnissen und den Anforderungen der Umwelt.
Die ersten drei Lebensjahre eines Menschen sind für Erikson von besonderer Bedeutung und in diesen Jahren findet eine deutliche Prägung der Persönlichkeit statt, die aber noch veränderbar ist. In seinem Buch „Identität und Lebenszyklus“ nennt Erikson wichtige Bausteine der Identität wie „Urvertrauen, Autonomie, Initiative, Selbstgewissheit und das Experimentieren mit Rollen“.
Wenn ihr euch mehr für dieses Thema interessierst, könnte dieses Video wichtig für euch sein:
Link:
https://studyflix.de/paedagogik-psychologie/erikson-stufenmodell-4301/video
Eriksons Ansatz wird auch von dem deutschen Erziehungswissenschaftler Professor Dr. Dieter Baacke (1934 – 1999) in dem Buch die 13- bis 18jährigen gewürdigt. Baacke, der im Bereich Medienkompetenz auch bekannte Bücher verfasst hat, ergänzt Eriksons Modell zur Identität durch die Bausteine Kontinuität, Flexibilität und die Peer-Group-Erfahrung, das heißt eine fundamentale Erfahrung in einer Gruppe von Gleichgesinnten und Seelenverwandten.
Falls euch D. Baacke Konzept zur Medienkompetenz interessiert, könnt ihr euch folgendes Video anschauen:
D.Baacke Medienkompetenz:
Zu einer Medienkompetenz gehören nämlich nach Baacke nicht nur der Umgang mit Medien sondern auch die Medienkritik und die Mediengestaltung.
Für Baacke ist der Schutz der Peer-Group genauso wichtig wie für Erikson. Baacke betont, dass ehrgeizige Jugendliche, die nur auf Erwachsene fixiert sind und keine Peer-Group-Erfahrung haben, oft weniger Erfolg haben als Jugendliche mit entsprechender Erfahrung in einer Gruppe mit Gleichgesinnten.
Weil uns weitere Perspektiven zu der Frage nach der seelischen Stabilität der Jugendlichen interessieren, reisen wir in die Gegenwart und beschäftigen uns mit der bei Psychologen anerkannten Beraterin Karin Kahl, die auch ein Konzept zur Neurodiverisität entwickelt hat.
Karin Kahl ist Coach und Beraterin für Stressreduktion und Gesundheit. Sie stellt heraus, dass es die Persönlichkeit und Seele der Kinder und Jugendlichen am meisten stärkt, wenn sie sich viel draußen in der Natur bewegen und dort spielen.
Die Natur als Erfahrungsraum sei, so Kahl, ein wichtiger Baustein für die emotionale, geistige und körperliche Regulation und Entwickung und schließlich für ein stabiles Selbst.
Für Karin Kahl hat derjenige Erfolg und ein stabiles Ich, wer sein Potential ausschöpft.
Ebenso zeigen sich nach Meinung von Kahl der Erfolg und eine seelische Stabilität, wenn die Jugendlichen von den richtigen Menschen umgeben sind.
Wichtig ist für Karin Kahl die Beachtung der Neurodiversität.
Was ist Neurodiversität?
Die Neurobiologen haben erkannt, dass die Intelligenzentwicklung so individuell wie ein Fingerabdruck ist. Das heißt, dass es eine Vielfalt menschlicher Gehirne gibt, die berücksichtigt werden muss und die für unsere Gesellschaft wichtig ist.
Karin Kahl weist hier als Coach auf die zahlreichen Techniken des Neurolinguistischen Programmierens hin, die diesen unterschiedlichen Gehirnen gerecht werden und diese zur Entfaltung bringen können. Einige dieser Techniken z.B. Refraiming sind im Unterricht vorgestellt worden.
Besonders der Gedanke der Neurodiversität hätte Maria Montessori heute sehr gefallen, da sie in ihren Büchern immer wieder betont hat, dass jedes Kind ein Individuum ist und in seinem eigenen Tempo und mit seinen eigenen selbst bestimmten Lernmethoden und Lernmaterialien lernen soll, damit das Kind seine individuellen Fähigkeiten in der selbst gewählten Langsamkeit entfalten kann. Sowohl Karin Kahls als auch Montessoris Ansatz bewirken ein angstfreieres Lernen.
Zu dem Begriff „Neurodiversität“ seien hier zwei selbst entworfene Aquarelle mit eigenen Titeln von Gaby Memenga vorgestellt.
1. Bild: Neurodiversität ist wie das Schimmern des Pointilismus.

2. Bild: Neurodiversität kann die Intensivität eines Expressionismus zeigen.

Thema des zweiten Schulhalbjahres: Gefühle und Manipulation
Im zweiten Schulhalbjahr haben wir begonnen, uns mit der Frage zu beschäftigen, wie Jugendliche sich vor Manipulationen schützen können.
Zu diesem Thema sind bereits zwei Bilder zu den Unterrichtsinhalten zum zweiten Schuljahr von zwei Schülerinnen gestaltet worden.
1. Marwa Nazari mit dem Titel „Contenance“.

2. Bild von Maya Caliskan mit dem Titel „inneres Sebstmanagement“.

Falls ihr noch Fragen zu den einzelnen Aspekten habt, können euch folgende Schüler/ innen gerne Auskunft geben:
Jakob Brose 9.1
Dilara Dorn 9.1
Joel Grobmeier 9.4
Die Schülerin Dilara Dorn 9.4 hat die Inhalte unseres Kurses in einem Plakat zusammengefasst und dargestellt.
