von Maryam Sharara (13. Jahrgang)
Wo begegnet uns Sexismus und warum sind Gleichberechtigung und Chancengleichheit auch heute noch wichtige Themen?
Mit diesen Fragen beschäftigten wir uns bei der Feminight, einer Veranstaltung, die wir im Rahmen unseres Seminarfachprojekts „Demokratie leben und gestalten“ organisiert haben. Dabei entstand die Idee, einen Abend zu gestalten, an dem wir auf Feminismus und Alltagssexismus aufmerksam machen und Menschen zum Nachdenken und Austauschen anregen wollten.
Bevor die ersten Gäste eintrafen, bereiteten wir gemeinsam alles für den Abend vor. Wir waren aufgeregt, freuten uns aber gleichzeitig sehr darauf, unser Projekt endlich umzusetzen. Zu Beginn stellten wir uns auf der Bühne vor und erzählten, wie die Idee zur Feminight entstanden war und warum uns das Thema Feminismus besonders wichtig ist. Anschließend konnten die Gäste unsere drei Mitmachstationen besuchen und sich auf unterschiedliche Weise mit dem Thema auseinandersetzen.
An unserer Kummerbox konnten die Besucherinnen und Besucher anonym Gedanken, Sorgen oder persönlichen Ballast aufschreiben und symbolisch abgeben. Bei einer weiteren Station warteten Schätzfragen rund um Feminismus und Gleichberechtigung. An der dritten Station konnten die Gäste verschiedene Alltagssituationen, darunter Catcalling und andere Grenzüberschreitungen, mithilfe roter, gelber und grüner Klebepunkte bewerten und unterschiedliche Sichtweisen kennenlernen.
Auch die Gestaltung des Raumes trug zur Atmosphäre bei. Gelbe Rosen schmückten die Tische, auf denen Gesprächsfragen zum Austausch über Feminismus, Alltagssexismus und Gewalt gegen Frauen lagen.
Im weiteren Verlauf des Abends präsentierten wir verschiedene Outfits, die unterschiedliche Themen rund um Feminismus und die Frauenbewegung symbolisierten. Eine gelbe Rose stand für das Frauenwahlrecht, eine lila Latzhose für die Frauenbewegung, eine blaue Schürze thematisierte das Tradwife-Konzept und eine rote Robe symbolisierte Femizide. Tanja Lichthart von Zonta erklärte anschließend die Bedeutung der einzelnen Kleidungsstücke und Symbole und stellte ihre Verbindung zum Feminismus heraus.
Ein besonderer Programmpunkt war das Gespräch mit Tanja Lichthart von Zonta, einer Organisation, die sich für die Rechte von Frauen und Mädchen, Gleichberechtigung und den Schutz vor Gewalt einsetzt. Gemeinsam sprachen wir über Alltagssexismus, Chancengleichheit und Gewalt gegen Frauen. Auch Artikel 3 des Grundgesetzes, der die Gleichberechtigung von Frauen und Männern festschreibt, wurde thematisiert. Die Gäste konnten ihre eigenen Gedanken und Erfahrungen einbringen, wodurch ein offener Austausch entstand.
Außerdem freuten wir uns über den Besuch der Landtagsabgeordneten Antonia Hilberg. In ihrem Beitrag setzte sie sich für mehr Frauen in der Politik ein und ermutigte besonders junge Frauen, sich politisch zu engagieren. Sie betonte, dass man sich nicht von Zweifeln an den eigenen Fähigkeiten abhalten lassen sollte. Viel wichtiger seien eine klare Haltung und die Vorstellung davon, wie man die Gesellschaft verbessern möchte. Das notwendige Fachwissen könne man sich auf dem Weg aneignen.
Für den musikalischen Abschluss sorgten No Twins, die den Abend mit ihrer Musik abrundeten. Anschließend bedankten wir uns bei allen Gästen und Beteiligten für ihre Unterstützung.
Die Feminight hat uns gezeigt, wie wichtig es ist, über Feminismus, Alltagssexismus und Gleichberechtigung zu sprechen. Denn Gleichberechtigung beginnt nicht erst in der Politik, sondern bereits in unserem täglichen Miteinander.
